Freitag, 3. Februar 2017

Dear Diary...[Lifeupdate]




Ihr Lieben,
es ist gerade 1:38 Uhr morgens und ich versuche möglichst leise zu tippen, um Lukas, der bereits neben mir schläft, nicht aufzuwecken. Irgendwie war mir einfach total danach diesen Post zu tippen, für alle, die es interessiert und irgendwo auch für mich selbst. Bei Instagram oder Snapchat spreche ich dieses Thema nicht wirklich an aber hier auf meinem Blog hab ich das Gefühl, dass es in Ordnung ist. Bei mir haben nun offiziell die Semesterferien angefangen und eigentlich wollte ich drei Klausuren schreiben, die erste schon am 20. Februar und die beiden anderen Ende März/Anfang April. Letzten Endes habe ich mich,trotz meines sehr schlechten Gewissens, dazu entschieden nur zwei davon zu schreiben. Zum einen, weil ich mich gerade wieder in einer Phase befinde, wo es mir öfter schlecht geht und zum anderen möchte ich die Zeit etwas nutzen, um sie mit meiner Familie zu verbringen, weil das momentan genau das ist was ich brauche. 
Diese Downphase äußert sich in der letzten Zeit leider sehr oft mit Panikattacken, weinen und das dringende Gefühl einfach im Bett verkriechen zu wollen, um sich meinen Ängsten und der Welt nicht stellen zu müssen. Meistens geht es mir schnell wieder besser, wenn ich mich einmal ausgeweint habe und mir bewusst wird, dass mein Papa schon fünf Monate überstanden hat und es ihm soweit gut geht, wofür ich unglaublich dankbar bin. Aber an anderen Tagen saß ich auch schon mal mehrere Stunden nachts unten im Wohnzimmer von Lukas Eltern und konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, während ich ganze Berge an Taschentüchern verbraucht habe. 
Alles in allem habe ich aber das Gefühl, dass ich inzwischen besser mit der Diagnose klar komme und damit halbwegs normal leben kann, auch wenn mein bisheriger Text zugegeben nicht danach klingt. Ich versuche irgendwie einen halbwegs gewöhnlichen Alltag zu führen - Uni, lernen, Freunde, Lukas, nachhause fahren, arbeiten - irgendwie kriege ich alles unter einen Hut und oft habe ich ach gar keine Zeit Angst zu haben oder verzweifelt zu sein. Aber schwache Momente hat jeder und es ist mehr als wichtig, sich auch damit auseinander zu setzen. Es gibt auch gute Momente wisst ihr? Nicht mehr so viele wie früher aber dafür sind sie umso wertvoller und an die klammere ich mich. Zum Beispiel hatten wir alle ziemlich Angst vor der Chemotherapie aber Gott sei Dank verträgt mein Papa sie sehr gut und hat kaum Nebenwirkungen. Außerdem bin ich wirklich froh, dass wir jetzt erstmal keine Uni mehr haben, ihr wisst ja vielleicht, dass ich unter der Woche bei Lukas wohne und wir am Wochenende bei mir sind. Jetzt wo wir frei haben, werden wir ab morgen, also strenggenommen heute, bis Anfang/Mitte April zu mir fahren. So kann ich jeden Tag mit meinen Eltern zusammen essen (mein Papa kocht nach wie vor so leidenschaftlich gerne, vor allem wenn ich zuhause bin/nachhause komme) und ihn zu Arztterminen begleiten, die sich sonst öfter mit der Uni überschnitten haben. Ein zusätzlicher Pluspunkt -  ich werde endlich wieder erholt schlafen können, Lukas' Zuhause liegt nämlich direkt an einer Schnellstraße, was für jemanden, der einen so leichten Schlaf hat wie ich der absolute Horror ist!
Jedenfalls haben wir auch ein paar kleinere Highlights geplant - wir werden R. ein paar mal in Hamburg besuchen, ins Planetarium und Aquarium hier in Kiel gehen und die Sushi-Samstage, die wir seit Silvester eingeführt haben, dürfen natürlich auch nicht fehlen. :) 
Mehr habe ich auch erstmal nicht zu erzählen, ich werde mich jetzt an Lukas kuscheln, versuchen mir nicht zu viele Sorgen um alles zu machen, vielleicht als kleine Ablenkung noch ein, zwei alte Considercologne Videos gucken und dann versuchen zu schlafen. Ich wünsche euch noch einen schönen Start ins Wochenende und melde mich bald wieder, versprochen. 






Kommentare:

  1. Hallo liebe Nhi,

    fühl dich erstmal ganz doll von mir gedrückt! <3 Ich kann (leider) sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht, da ich meinen Papa an den Krebs verloren habe...

    Glaub mir, du kommst so gut mit dieser Situation klar, wie es eben möglich ist, mit sowas klar zu kommen, mach dir also bitte auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen (schon gar nicht wegen einer auf geschobenen Klausur!) und pass gut auf dich auf :-*

    Es ist schön zu hören, dass es deinem Papa den Umständen entsprechend gut geht und ich drücke ganz fest die Daumen, dass es weiter bergauf geht und ihr noch viele viele tolle Momente miteinander genießen könnt! <3

    Liebe Grüße
    Valeria

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    1. Liebe Valeria ❤️ Danke erstmal für deinen super lieben Kommentar! Dein Verlust tut mir unglaublich Leid, ich kann mir nur satzweise vorstellen wie schwer das sein muss 😥
      Es ist für mich schwer mich nicht schlecht zu fühlen, irgendwie will man ja doch alles unter den Hut bekommen aber du hast recht- wenn es nicht geht, dann ist das eben so. Ich werds auf jeden Fall versuchen und sehen dass ich es so mache wie es mir gut geht :)
      Danke du Liebe, das hoff ich natürlich ebenso! 💪🏻💕
      Ganz liebe Grüße an dich zurück! :)

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  2. Du arme Maus, ich wünsche dir ganz viel Kraft und kann gut verstehen, dass der Blog wie eine Art Therapie ist :)
    Jeder hat im Leben seinm Päckchen zu tragen, auch wenn das nach außen nicht so aussieht.
    Sie doch dankbar :) es könnte auch schlimmer sein!
    Liebst, Colli
    vom beautyblog tobeyoutiful

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    1. Hey Colli,
      tut mir leid wenn das jetzt etwas ruppig klingt aber ob man bei so einer Diagnose von "Sei froh drüber" sprechen kann, sehe ich wirklich anders. Natürlich hätte es auch so sein können dass ich ihn einfach verloren hätte und mich nicht einmal hätte verabschieden können aber wenn du mal guckst - Hirntumore haben die schlechteste Prognose, noch viel schlimmer ginge es nämlich tatsächlich nicht. Tut mir leid aber das find ich dann schon etwas...daneben da von "Dankbarkeit" zu sprechen ehrlich gesagt.
      trotzdem bedanke ich mich natürlich für deinen Kommentar!

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    2. Da bin ich ganz bei dir, Nhi, ich fand den Kommentar auch völlig unangebracht...

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    3. Oh man Danke du Liebe, ich dachte schon ich reagiere vielleicht einfach zu empfindlich darauf.. 😳😕

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  3. Liebe Nhi,
    bitte fühl dich ganz fest gedrückt von mir!! <3
    Ich habe das Bedürfnis dir zu sagen, was du für ein tolles Mädchen bist und wie stark du bist; ich würde dir so gerne etwas Tröstliches sagen oder dir gute Nachrichten überbringen und kann es doch aber leider nicht :(
    Toll, dass du die nächste Zeit so intensiv mit deinen Eltern, vor allem mit deinem Vater verbringen kannst und dabei noch so viele liebe Menschen in deinem Umfeld hast, die dich in dieser schwierigen Zeit unterstützen und dir Kraft geben!
    Lass dich nicht unterkriegen und fühl dich ganz fest umarmt!
    Viele liebe Grüße und Wünsche aus dem fernen Süden <3
    Nadine

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    1. Liebe Nadine,
      Danke erstmal für deinen sehr süßen Kommentar, ich hab mich sehr über deine lieben Worte gefreut 💗
      Ich glaube momentan ist es auch wieder eine Phase, jetzt bin ich ja erstmal für zwei Monate Zuhause - dadurch geht es mir jetzt schon mal wieder deutlich besser! 😊 Ich bin auch froh dass sich meine Freundinnen & Lukas so gut um mich kümmern, da merkt man nur umso mehr wie wichtig es ist ein gutes Umfeld zu haben, was dir den Rücken stärkt!
      Danke auf jeden Fall, es klingt komisch aber es ist irgendwo super tröstlich so was Liebes von einem eigentlich fremden Menschen zu lesen!
      Fühl dich zurück gedrückt liebe Nadine! ❤️

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  4. Oh man nhi ich bin kurz bisschen traurig geworden als ich das gelesen habe. Ich schau seit paar Jahren immer mal wieder hier rein, seit ich dich mal auf kk gesehen habe (das ist echt lange her, damals hattest du noch einen geraden Pony, ich fand/finde dich so hübsch und ich wollte alles aus deinem Katalog auch haben hihi )
    Naja jedenfalls jetzt zu lesen, was in der Zeit alles passiert, das eben nicht nur gute Sachen einem widerfahren...Das macht mich schon traurig, denn so was soll am besten keiner erleben:(
    Aber wie du schreibst, verarbeitest du das wirklich gut und ich Finde es wirklich beeindruckend wie reif und erwachsen du geworden bist und das meistert.
    Ich weiss ja nicht, wie schlimm die Diagnose ist, aber ich wünsche es deiner Familie soo sehr, dass dein Papa das übersteht und ihr gemeinsam auf die Zeit zurückschauen könnt und umso mehr schätzt, dass ihr noch Ganz viele Jahre zusammen verbringen könnt.

    Ich dich drück dich und verlier dein Lachen nicht du Liebe:) <3

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    1. Hey du Liebe ❤️
      Wahnsinn wie lange du mir schon folgst! ☺️ Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie lange es genau her ist, dass ich einen geraden Pony hatte aber es ist jedenfalls schon Jahre her! Das freut mich irgendwie gerade total zu lesen 😌💕
      & Danke auch für das super süße Kompliment!
      Ja, ich fand es irgendwie auch wichtig darüber zu schreiben - vieles kommt auf Blogs oder YouTube oder so ja so perfekt und fehlerfrei vor aber das stimmt, in Leben passieren leider nicht nur schöne Dinge. Mir Sagen so viele, dass ich stark bin und das gut meistere, auch wenn ich persönlich das nicht so empfinde, weil ich natürlich selber Sehe wie oft es mir schlecht geht. Danke also auch für deine lieben Worte! 💕
      Leider mehr als schlecht, wenn du magst kannst du Glioblastom ja mal googlen - aber die Ärzte haben uns keine Zeit gesagt worüber ich ehrlich gesagt froh bin und die Chemo soll einen 6 Monate Zyklus durchlaufen also hoff ich natürlich weiterhin das beste! 💪🏻🍀
      Ich drück dich zurück du Süße, danke wirklich für deine aufmunternden Worte, das tat mir gerade wirklich gut! ❤️❤️

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  5. Hallo, ich verfolge deinen Blog schon längere Zeit.
    Ich finde es toll, wie sehr Du dir die Zeit für deine Familie - insbesondere deinem Papa - nimmst. Aber dennoch frage ich mich, wie würdest du all dies schaukeln, wenn du Vollzeit berufstätig wärst? Ich weiß leider nicht was du studierst. Aber ich beneide dich um deine freie Zeit. Diese Depriphasen kenne ich leider nur zu gut. Aber ich muss dennoch arbeiten und Klausuren schreiben, freie Zeit bleibt mir nicht.
    Ich möchte dir nicht zu nahe treten, dafür dass wir uns nicht kennen.
    Ich versuche dir nur aufzuzeigen, wie wertvoll deine kostbare Zeit ist. Nutze sie, solange du noch kannst. Ich habe sie leider nicht um mich um meine Familie zu kümmern, wie ich es gerne würde!

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    1. Danke. Naja was heißt freie Zeit? Ich studiere (VWL)und arbeite, genauso wie du. Ich habe keine-kaum freie Zeit, ich nehme sie mir. Eigentlich müsste ich vier oder fünf Klausuren schreiben aber ich habe mich dazu entschieden lieber ein, zwei Semester länger zu studieren um noch genug Zeit mit meinem Papa zu verbringen, weil keiner weiß wie lange ich die noch habe. Ich weiß ja nicht wie das bei dir ist aber bei uns muss man nicht sofort alle Klausuren schreiben, es sei denn man möchte das Studium in der Regelstudienzeit schaffen. Im Sommer, als er die Diagnose bekommen hat war ich erst kurz davor in dem Semester keine einzige zu schreiben aber ich habe ner als einen Monat den halben Tag im Krankenhaus verbracht und nachdem ich zuhause war bis in die Nacht gelernt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich tun würde wenn ich Vollzeit arbeiten gehen würde - wahrscheinlich würde es mir dann noch deutlich schlechter gehen als jetzt und dennoch versuchen irgendwie alles unter einen Hut zu bringen.
      Natürlich habe ich das Glück keine Miete zahlen zu müssen und in der Stadt zu studieren wo auch meine Familie ist aber ich kann dir nur raten die die Zeit für deine Familie zu nehmen, soweit es geht. Ich möchte es irgendwann nicht bereuen müssen es nicht getan zu haben.
      Dennoch danke für deinen Kommentar, ich wünsch dir alles Gute!

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  6. Hallo liebe Nhi, ich habe hier einen tollen Blog für dich über eine Person, die Ähnliches durchlebt wie du. Vielleicht findest du Trost und Hoffnung in ihren Sätzen: http://blog.julianguyen.de/category/der-krebs/

    Liebe Grüße und alles Gute

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    1. Hey du liebe, danke für den tollen Tipp! Ich hab den Blog mal ein wenig durchstöbert - es macht einen irgendwie gleichzeitig traurig und ist auch irgendwo schön zu lesen dass sie einen Weg gefunden hat damit zu leben. Danke dass du an mich gedacht hast! ❤️

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  7. Liebe Nhi,
    ich lese deinen Blog schon eine längere Zeit und verfolge somit auch immer deine updates, wie es deinem Vater und dir damit geht. Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit, und hoffe, dass du und deine Familie das gemeinsam durchsteht. Ich habe das selbst einmal durchlebt und weiß, wie unglaublich schwer das ist.
    Gedanken wie "es gibt schlimmeres" oder "man schafft das schon irgendwie" sind in vielen Situationen vermutlich richtig, aber ich selbst kann es so gut verstehen, dass man manchmal einfach so unglaublich erschöpft ist und auch mal denkt: "nein ich schaffe das nicht" und das ist auch völlig in Ordnung!! Auch in Bezug auf deine Klausur, mach dir da bloß keine Gedanken drum, du hast noch dein ganzes Leben vor dir, um Klausuren nachzuholen oder zu studieren. Ich weiß dass Klausuren oder das Studium einen belasten, ich bin zwar noch in der Schule, aber wenn ich daran denke, dass ich nächstes Jahr mein Abi mache wird mit speiübel vor Panik... also mach dir keinen Stress!!

    Also meine Liebe, versuche stark zu sein und denk immer dran, wir, deine Leser, sind immer hier und lesen gespannt, mitfühlen, lachend oder auch weinend deine Einträge und sind immer hier zum reden, oder naja zum schreiben. ;-)

    Ganz ganz liebe Grüße ❤

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    1. Hallo du Liebe ♥,
      Erstmal wünsche ich dir ganz viel Erfolg, Durchhaltevermögen & Glück bei der Abivorbereitung und den Klausuren! Du schaffst das sicher, das Abi ist wirklich gut machbar, wie ich jetzt während des Studiums merke, hätte ich damals so viel gemacht wie jetzt auch nur für eine Uniklausur wäre mein Schnitt deutlich besser :D Und das kommt von jemanden, der eher faul ist - also versuch dennoch die letzte Zeit zu genießen, ich vermisse die Schule jetzt nach fast drei Jahren total! Ich weiß das klingt so cheesy & ich habe selber immer die Augen verdreht wenn mir jemand das gesagt hat aber es ist so wahr! :)
      Danke auch für deine super lieben, aufmunternden Worte! ♥ Es tut mir leid, dass du sowas auch bereits durchleben musstest :( Man fühlt sich wahrscheinlich nicht bereit dafür, wie auch, aber ich finde wir sind noch viel zu jung um sich mit sowas auseinander zu setzen.
      Ja, du hast so recht, ich habe selber gemerkt, dass es wichtig ist, sich auch mal einzugestehen, dass nicht alles okay ist und dass man das auch zulassen muss. Danke für das zusprechen, ich hab selbst ein schon sehr schlechtes Gewissen, wenn ich sehe, wie viel Lukas gerade lernt oder meine Freundin die innerhalb zwei Wochen vier Klausuren schreibt aber ja, manchmal muss man eben auch einen Gang zurück schalten, ich möchte daran auch nicht kaputt gehen.

      Gerade deine letzten beiden Sätze find ich wirklich super süß, bei Kommentaren wie deinem weiß ich immer wieder warum ich so gerne blogge & auch so viel persönliches teile. Fühl dich gedrückt dafür & nochmal tausend Dank für deinen Kommentar! ♥
      Ganz ganz liebe Grüße zurück an dich! :)♥♥

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